Informationen zum Bachelorstudium Informatik

Über was möchtest du dich informieren:

Qualifikationsprofil und Berufsfeld

Computer science is no more about computers than astronomy is about telescopes.
- Edsger W. Dijkstra, niederl. Informatiker (1930 - 2002)

Am Ende des Informatikstudiums sollte ein Absolvent Hardware und Software entwickeln können, sowie sich mit Netzwerken auskennen. Die Betätigungsbereiche sind vielfälltig, angefangen von der Wirtschaft, bis hin zur Forschung, gibt es kaum eine Branche in der man nicht Informatiker benötigt. Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass das Informatikstudium nicht nur am Computer sondern auch viel am Papier stattfindet. Hier geht es nicht nur um das Erstellen von Software, Hardware und Netzwerken, sondern auch um das Verständnis gleichselbiger, sowie deren Optimierung. Die Qualifikation einer Absolventin bzw. eines Absolventen des Bachelorstudiums Informatik beschreibt der Studienplan folgendermaßen:

Insgesamt sind die Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiums nach kurzer Einarbeitungszeit in der Lage, in allen Betrieben und Institutionen an der Realisierung von einfachen bis komplexen Hardware-, Software-, oder Netzwerksystemen mitzuwirken.

Weiterführende Informationen zum Berufsfeld:

www.berufslexikon.at
www.berufe-lexikon.de

StV Informatik + weitere Informationen:

Weitere Informationen findest du auf der Seite der Studienrichtungsvertretung Informatik: Binaryibk.at.

Gerne helfen wir dir auch per Mail weiter: stv-informatik(at)oeh.cc oder persönlich während unserer Beratungsstunden im ÖH-Büro am Technik Campus.


Lageplan ÖH-Büro Technik Campus

Das erste Semester

Das erste Semester und somit die Studieneingangsphase besteht aus den folgenden fünf Modulen:

Hier werden die Lehrveranstaltungen kurz inhaltlich vorgestellt:

Einführung in die Praktische Informatik

Die Vorlesung „Einführung in die Praktische Informatik“ vermittelt einen Überblick über das bevorstehende Informatikstudium und dient unter anderem dazu, zukünftigen Studierenden klar zu machen welche Inhalte im Studium vertieft werden. Allerdings ist Informatik ein sehr weitgefächertes Gebiet, so dass hier nur grundlegender Überblick geschaffen werden kann, sowie Werkzeuge für das spätere Studium mitgegeben werden können.

In der Vorlesung behandelt die praktischen Grundlagen der Informatik und verwendet das bereits gelernte aus der „Einführung in die Programmierung“. Hierfür werden deren Inhalte vertieft und spezielle Anwendungen herausgepickt. Anhand von beispielhaften Algorithmen, werden Studierenden typische Fallstricke von Programmiersprachen, Optimierung von Programmierkonstrukten und das korrekte, effiziente Verwenden einer Programmiersprache beigebracht.

Für den Einstieg in die Lehrveranstaltung werden nur die bereits erworbenen Kenntnisse aus „Einführung in die Programmierung“ vorausgesetzt.

In der begleitenden Studienorientierungslehrveranstaltung werden die Inhalte der Vorlesung anhand von selbst zu erstellenden Algorithmen und Rechnungen näher gebracht.

Das Modul (VO + SL) „Einführung in die Praktische Informatik“ ist eine Hälfte der sogenannten Studieneingangs- und Orientierungsphase. Die Lehrveranstaltungen dieses Moduls finden geblockt in der ersten Hälfte des Semesters statt.

Einführung in die Programmierung

Die Vorlesung „Einführung in die Programmierung“ vermittelt grundlegende Prinzipien und Kenntnisse der imperativen Programmierung. Hierfür werden die Konzepte einer Programmiersprache erklärt und Studierenden anhand von Beispielen näher gebracht.

In der Vorlesung werden Inhalte wie die Datentypen, Variablen, Anweisungen, Funktionen, Arrays, Zeiger, Modularisierung und die Implementierung elementarer Algorithmen und Datenstrukturen durchgenommen. Studierende sollen nach dem Absolvieren dieses Moduls fähig sein, sich in jede beliebige imperative Programmiersprache selbstständig einarbeiten zu können. Weiters sollen die Studierenden danach auch fähig sein, eigene Programme zu erstellen und andere zu analysieren.

Für den Einstieg in die Lehrveranstaltung werden keine Programmierkenntnisse vorausgesetzt.

Im begleitenden Proseminar werden die Inhalte der Vorlesung anhand von konkreten Beispielen und praktischen Aufgaben mit der Programmiersprache C vertieft.

Die Vorlesung (nur die VO, das zugehörige PS nicht) „Einführung in die Programmierung“ ist die die zweite Hälfte der Studieneingangs- und Orientierungsphase.

Einführung in die Technische Informatik

Die Vorlesung „Einführung in die Technische Informatik“ vermittelt einen Überblick über die technologischen Grundlagen von Hardware, im Speziellen den Aufbau und die Funktionsweise eines einfachen Microprozessors, sowie dessen Kommunikation mit peripheren Einheiten.

In der Vorlesung erklärt die logischen Grundlagen zur Erstellung von Microprozessorschaltungen, sowie das Programmieren auf Systemebene mittels Assembler. Elektronische Bauteile wie Flipflops, Gatter, Halbaddierer, Volladdierer, sowie deren Schaltung zu größeren Einheiten wie der Arithmetical Logical Unit (ALU), Registern und Steuereinheiten werden erklärt. Der Datenpfad im und um den Prozessor, vom RAM bis zur ALU und wieder zurück in den Speicher wird hierbei durchgenommen. Studierenden sollen nach dem Absolvieren dieser Lehrveranstaltung selbständig Schaltungen Planen und Microprossoren programmieren können, sowie moderne Rechnerarchitekturen bewerten können.

Für den Einstieg in die Lehrveranstaltung werden keine elektrotechnischen Grundlagen vorausgesetzt.

Im begleitenden Proseminar werden die Inhalte der Vorlesung anhand von der rechnerischen Konstruktion einiger Schaltungen und Beispielen in SPIM-Assembler vertieft.

Einführung in die Theoretische Informatik

Die Vorlesung „Einführung in die Theoretische Informatik“ vermittelt einen Überblick über die formalen Methoden der Informatik, und liefert das grundlegende Handwerzeug für Informatikstudierende, egal ob man sich später auf Software, Hardware, Netzwerke etc spezialisiert.

In der Vorlesung werden Inhalte wie Aussagenlogik, Schaltkreise, formale Modelle, Berechenbarkeit, Gleichungslogik und Programmverifikation durchgenommen. Diese liefern Studierenden die Methoden, später erfolgreich die eigenen Algorithmen und Konstruktionen zu planen und auf Fehler hin zu überprüfen. Die Inhalte dieser Lehrveranstaltung ziehen sich durch das gesamte Studium hinweg. Studierende die dieses Fach absolviert haben, sollen danach im Stande sein, Vorgänge in der Realität auf abstrakte Modelle abzubilden, und selbstständig korrekte Algorithmen aufzustellen, sowie diese zu validieren (Wir bauen das richtige Ding) und zu verifizieren (Wir bauen das Ding richtig).

Für den Einstieg in die Lehrveranstaltung werden keine mathematischen Kenntnisse vorausgesetzt.

Im begleitenden Proseminar werden die Inhalte der Vorlesung anhand Rechnungen und logischen Aufgaben vertieft.

Lineare Algebra

Die Vorlesung „Lineare Algebra“ soll Studierenden das mathematische Denken, welches für naturwissenschaftliche Fächer unerlässlich ist, sowie die Grundzüge der Mathematik näher bringen. Auch wenn hier von mathematischen Grundlagen die Rede ist, darf man sich das Fach nicht wie die Mathematik in der Schule vorstellen, bei der es hauptsächlich um das Rechnene und die Analysis geht. Es werden mathematische Grundbegriffe besprochen, also auch wenn in der Schule Mathematik nicht zu den Lieblingsfächern gezählt hat, braucht man hiervor keine Angst zu haben.

In der Vorlesung werden mathematische Grundbegriffe wie Mengen, Elemente, Definitionen, Beweise und Algorithmen anhand von Beispielen erklärt. Somit werden Methoden durchgesprochen, auf denen die gesamte Mathematik basiert, und die später zum klaren Verständnis von wissenschaftlichen Methoden und zum deutlichen und korrekten Beschreiben von Algorithmen und Konstrukten nötig sind.

Für den Einstieg in die Lehrveranstaltung werden keine mathematischen Kenntnisse vorausgesetzt.

Im begleitenden Proseminar werden die Inhalte der Vorlesung anhand von Rechnungen und Beweisen. 

Die Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP)

Die Lehrveranstaltungen des Moduls (VO + SL) „Einführung in die Praktische Informatik“ sowie die VO „Einführung in die Programmierung“ bilden die sogenannte Studieneingangs- und Orientierungsphase. Der positive Abschluss dieser Lehrveranstaltungen ist die Voraussetzung um alle weiteren Lehrveranstaltungen der darauf folgenden Semester absolvieren zu dürfen. 

Quereinstieg im Sommersemester

Da die technisch- naturwissenschaftlichen Studien an der Universität Innsbruck so aufgebaut sind, dass die meisten Lehrveranstaltungen inhaltlich auf die Lehrveranstaltungen früherer Semester aufbauen und die Lehrveranstaltungen des ersten Semesters nur im Wintersemester angeboten werden, ist ein Studieneinstieg im Sommersemester schwierig, aber mit entsprechendem Vorwissen oder Vorbereitung möglich.

Der Einstieg in das Informatikstudium im Sommersemester ist grundsätzlich möglich. Da nur die fachlichen Inhalte im Bereich Softwareentwicklung auf dem ersten Semester aufbauen ist es mit grundlegenden Kenntnissen in einer der Programmiersprachen C oder Java (Datentypen, Bedingungen, Schleifen, Pointer bzw. Referenzen) möglich die Lehrveranstaltungen des zweiten Semesters zu absolvieren.

Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass ein Einstieg im Sommersemester auch Nachteile hat:

Aufgrund dieser Nachteile kann von Seiten der StV Informatik ein Studieneinstieg im Sommersemester nur bedingt empfohlen werden. Im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs können die Für und Wider im konkreten Fall besprochen werden, beziehungsweise eine geeignete Fächerauswahl empfehlen.

Der Studienplan des Bachelorstudiums Informatik

Im folgenden haben wir die wichtigsten Stellen des Studienplans des Bachelorstudiums "Informatik" kommentiert.

Lehrveranstaltungstypen

Vorlesung (VO)

Eine Vorlesung führt in didaktisch aufbereiteter  Weise die Begriffe, Ergebnisse und Methoden des behandelten Fachgebietes ein.
Zweck: Interesse wecken und in relativ kurzer Zeit viel gut strukturiertes Wissen und Grundverständis des Gebietes vermittlen.

In Vorlesungen präsentiert in der Regel ein/eine Vortragende/r die entsprechenden Inhalte, die von den Studierenden mitgeschrieben und zuhause nachbereitet werden. Für eine sinnvolle Nachbereitung sollte mindestens soviel Zeit wie für die Vorlesung selber vorgesehen werden. Bei Vorlesungen herrscht keine Anwesenheitspflicht man kann theoretisch die Inhalte aus einem eventuell vorhandenen Skriptum eigenständig erarbeiten. Wir empfehlen dir allerdings dringend die Vorlesungen zu besuchen und von Anfang an mizulernen, da man sonst leicht den Anschluss verliert. Am Ende des Semesters findet in der Regel eine schrifltiche oder mündliche Prüfung statt, die wie jede Prüfung an der Universität bis zu drei mal wiederholt werden darf. Der vierte Antritt, d.h. die dritte Wiederholung findet in Form einer kommissionellen Prüfung statt.

Proseminar (PS)

Die Proseminare stehen meistens im engen inhaltlichen Zusammenhang mit einer Vorlesung. Die Studierenden erhalten Aufgaben, deren Lösungen im Proseminar diskutiert werden. Steht das Proseminar in Zusammenhang mit einer Vorlesung, werden deren Inhalte wiederholt und eingeübt.
Zweck: Übung im selbstständigen Lösen von Problemen, Übung im methodischen Arbeiten, Übung im Präsentieren fachlicher Inhalte und wissenschaftliche Vertiefung von erlernten Inhalten.
Immanenter Prüfungscharakter.

Proseminare werden meistens in Kombination mit Vorlesungen angeboten, d.h. in den Proseminaren werden Aufgaben zu den Themen der Vorlesung gestellt, die die Studierenden selbständig zuhause bearbeiten und ihre Lösungen im Proseminar vortragen. Bei Proseminaren herrscht Anwesenheitspflicht, d.h. wer zu oft (meist mehr als 2x) ohne driftigen Grund fehlt kann negativ beurteilt werden. In vielen Proseminaren werden Tests abgehalten, die ergänzend zu den Hausübungen die Note beeinflussen. Viele Proseminare in der Informatik haben Praktikumscharakter, da die Aufgaben in den anwendungsorientieren Fächern meist am Computer durchzuführen sind. Aufgrund der Teilungsziffer von 30 Teilnehmern maximal, ist es hier auch besser möglich auf Studierende individuell einzugehen.

Studienorientierungslehrveranstaltung (SL)

Eine Studienorientierungslehrveranstaltung vermittelt für das Studium charakteristische Inhalte und schafft eine Entscheidungsgrundlage für die Beurteilung der Studienwahl. Bei der Studienorientierungslehrveranstaltung gilt Anwesenheitspflicht.

Ähnlich den Proseminaren, wird im Informatikstudienplan in Studienorientierungslehrveranstaltungen der Inhalt zu einer Vorlesung vertieft, sowie ein Überblick über das Studium geschaffen, was auf den Studierenden die nächsten Jahre zukommen wird. Gleich wie in den Proseminaren gilt auch hier Anwesenheitspflicht, nur fehlt der immanente Prüfungscharakter. Der Lehrveranstaltungsleiter legt den Prüfungsmodus dieser Veranstaltungen fest. Auch hier herrscht eine Teilungsziffer von 30.

Seminar (SE)

Ein Seminar dient der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Inhalten und Methoden eines Faches durch Referate, schriftliche Arbeiten und Diskussionen. Die Studierenden erlernen dabei die schriftliche (Seminararbeit) und mündliche (Seminarvortrag) Darstellung wissenschaftlicher Ergebnisse. In Seminaren mit Bachelorarbeit wird die Seminararbeit durch die Bachelorarbeit ersetzt. Immanenter Prüfungscharakter.

In Seminaren lernen die Studierenden ein Themengebiet indem sie sich selbständig in die entsprechende Literatur einlesen, darüber mindestens einen Vortag halten und eine Seminararbeit dazu verfassen. In Bachelorseminaren präsentieren die Studierenden in der Regel das Thema der Bachelorarbeit, sowie die Bachelorarbeit an sich. Auch bei Seminare gilt Anwesenheitspflicht, die Benotung ergibt sich in der Regel aus dem Seminarvortrag sowie der Seminararbeit.

Empfohlener Studiengang

1. Semester

Einführung in die Programmierung 7.5 ECTS-AP VO3+PS2
Einführung in die Praktische Informatik 5 ECTS-AP VO2+SL1
Einführung in die Technische Informatik 5 ECTS-AP VO2+PS1
Einführung in die Theoretische Informatik 5 ECTS-AP VO2+PS1
Lineare Algebra 7.5 ECTS-AP VO3+PS2

2. Semester

Algorithmen und Datenstrukturen 7.5 ECTS-AP VO3+PS2
Betriebssysteme 7.5 ECTS-AP VO3+PS2
Diskrete Mathematik 7.5 ECTS-AP VO3+PS2
Programmiermethodik 7.5 ECTS-AP VO3+PS2

3. Semester

Analysis 5 ECTS-AP VO2+PS1
Datenbanksysteme 7.5 ECTS-AP VO3+PS2
Entwurf von Softwaresystemen 5 ECTS-AP VO2+PS1
Funktionale Programmierung 5 ECTS-AP VO2+PS1
Logik 7.5 ECTS-AP VO3+PS2

4. Semester

Computergrafik 5 ECTS-AP VO2+PS1
Einführung in autonome Systeme 5 ECTS-AP VO2+PS1
Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten 2.5 ECTS-AP PS2
Rechnernetze und Internettechnik 7.5 ECTS-AP VO3+PS2
Softwareentwicklung und Projektmanagement 10 ECTS-AP VO3+PS3

5. & 6. Semester

Vertiefungsseminar 2.5 ECTS-AP SE1
Seminar mit Bachelorarbeit 20 ECTS-AP SE1
Verteilte Systeme 5 ECTS-AP VO2+PS1
Interdisziplinäre Kompetenzen 7.5 ECTS-AP variabel
Wahlmodule 25 ECTS-AP variabel

Den gesamten Studienplan findest du auf der Seite der Studienabteilung.

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